Im Jenseits gibt es keine Pralinen…und warum Böll schweigt


Titel:
Im Jenseits gibt es keine Pralinen
Autorin:
Maria Zaffarana
Seitenzahl:
176
ISBN-10
9783947343010
Taschenbuch:
9,71€
Kindle Edition:
3,99€

Inhalt: Stillos wie eine schlaffe Mettwurst sackt Albert Friedberg auf dem eiskalten Fußboden seiner Küche zusammen – und stirbt. Umgehend ernüchtert ist er, als er sich bei seiner eigenen Beerdigung wiederfindet und unmittelbar danach in einer gegenstandslosen Landschaft auf Heinrich Böll, sein großes Idol, trifft. Nicht weniger aufwühlend ist die Begegnung mit seiner Mutter, mit der er entlang einer mit Emotionen und Erinnerungen gesäumten Straße ein rot getünchtes, gebäudeähnliches Konstrukt erreicht, das so genannte Syndikat. Dort sieht sich der Schriftsteller inquisitorischen Fragen gegenüber, die mit zügelloser Schamlosigkeit in ihn eindringen. Ausgesetzt einem Strom von Erinnerungen, Zweifeln und Selbstreflexionen, gelangt er zu einer bitteren Erkenntnis. Ist das die Chance für einen Neuanfang? Und kann Heinrich Böll ihm dabei sogar helfen? Quelle: Klappentext

Bevor ich dieses Buch las, glaubte ich der Tote selbst tritt schwerelos aus seiner Leibeshülle und schwebt fortan über uns Lebenden. Doch hier schleppt der Protagonist diesen widerstrebend wie eine schwere Last, hinter sich her.
Vieles ist so ganz anders wie es uns die Kirche und andere religiöse Gemeinschaften es uns weismachen wollen. Albert Friedberg sieht seinen Körper und ist fassunglos, bestürzt, entsetzt, entgeistert über seinen eigenen Tod. Auf seiner Reise in das Jenseits begegnet er nicht nur Heinrich Böll,seinem Idol überhaupt, auch andere Schriftsteller kreuzen seinen Weg. Er sieht seiner Beisetzung zu und erkennt erst zum Ende dieser, seine Tochter. Über vieles sinniert er nach, seine Ehe mit Adele, seine Kindheit, seine Eltern, seinen Bruder Max und seine Freundschaft zu Richard.
Ein wirklich tragisch/komischer Roman, der mir persönlich unter die Haut ging. Es liegt so viel Schmerz in dieser Geschichte um Albert Freitag. Hätte der Schmerz verhindert werden können? Mir schlug teilweise das Herz bis zum Hals.
Ein wenig erinnerte mich dieses Buch an einen alten Film, den ich als Jugendliche einmal gesehen habe: Seelenwanderung, in dem der Protagonist, nach seinem Tod, auf die Suche nach einem Karton mit seiner Seele geht.

Fazit: Dieses Buch hat mich um den Schlaf gebracht. Ich habe gelacht, geweint, getrauert und Hoffnung geschöpft. Maria Zaffarana hat eine Art zu schreiben, die einen verzaubert und man möchte nur eines: Weiterlesen.

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Die Wahrheit ist ein Schlund

Titel: Die Wahrheit ist ein Schlund
Autorin: Maria Zaffarana
Seitenzahl: 145
ISBN-10 1500753831
ISBN-13: 978-1500753832
Taschenbuch: 8,78 €
Kindle Edition: 3,99 €

Inhalt: Tim Zobern, als 12-Jähriger ein kleiner Außenseiter – für ihn verändert sich von einer Sekunde zur anderen die Welt. Denn er spricht aus, was er denkt – die Wahrheit! Die Wahrheit in seiner Klarheit angereichert mit misanthropischen Zügen eines Kindes. Das bringt Tim in arge Bedrängnis und in kafkaeske Situationen.

Durch die entwaffnende Ehrlichkeit eines Kindes gerät in diesem Roman nicht nur die Welt dieses Kindes, sondern auch die der ganzen Familie in Aufruhr. Die Mutter hat in dieser Familie das Zepter fest in der Hand und duldet auch keinen Widerspruch.
Durch Maria Zaffaranas bildhafte Sprache erwachen die Figuren des Romans zum Leben. Genau das hat mich so sehr an das Buch gefesselt, dass ich Schwierigkeiten hatte, es vor dem Ende aus der Hand zu legen. Mit jedem Satz wurde mir der Protagonist Tim Zobern immer vertrauter. Zuerst war ich schon ein wenig verwirrt und überlegte, ob ein Zwölfjähriger sich tatsächlich so ausdrückt. Dieser Gedanke bescherte mir dann einen Ausflug in mein eigenes Teenagerleben. Und oh ja, da konnte ich seine Gefühle sehr gut nachvollziehen. Plötzlich saß ich mit am Tisch dieser Familie. Mir kam das Grausen ob der zeternden Mutter, dem verstummten Vater und der Schwester, die sich ihre Welt schön aß.
Um nach Ansicht der Mutter geheilt zu werden, durchläuft Tim eine Armada von Psychiatern, die Dr. Teufel Riege.
Mit sarkastischem Humor wird hier ein Spiegel vorgehalten, der so manch Verborgenes und die Verlogenheit, getarnt als Fürsorge und gut meinen, so mancher Menschen aufdeckt.
Die ganze Geschichte wird aus der Sicht des inzwischen erwachsenen Literaturprofessors Tim Zober erzählt. Er ist inzwischen verheiratet und selbst Vater. Durch den Wechsel zwischen Jugend und Erwachsenen kommt Spannung auf und es ist sehr abwechslungsreich zu lesen.

Fazit: Dieses Buch wird nie langweilig. Ganz im Gegenteil: jeder Satz, jede Seite treibt zum Weiterlesen an. Absolut Empfehlenswert!

Mehr über die Schriftstellerin Maria Zaffarana und ihre Werke erfahrt Ihr auf der Webseite: Dr. Maria Zaffarana – Schriftstellerin

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Tollkühne Helden

Autor: Andreas Völlinger
Verlag: Baumhaus
ISBN: 978-3-8339-0618-3
Preis: 10,00 € Gebundenes Buch

Inhalt: Seltsame Dinge geschehen auf Burg Tollkühn: Es kommt zu mysteriösen Unfällen, dann greift ein gefährliches Monster an, und schließlich verschwindet auch noch das Schulmaskottchen Fafnir! Siggi hat bald einen Verdacht, wer dahintersteckt. Aber leider glaubt ihm niemand, nicht mal seine besten Freunde Brünhild und Filas. Also muss Siggi im Alleingang die Wahrheit ans Licht bringen. Doch kann ausgerechnet der Ängstlichste unter den Heldenschülern genug Mut aufbieten, um Burg Tollkühn zu retten? Quelle: Klappentext

Auch mit dem zweiten Band der Burg Tollkühn gelingt es dem Autor Andreas Völlinger seine LeserInnen in seinen Bann zu ziehen. Selbst den Erwachsenen, die eigentlich ’nur‘ vorlesen, geben zu: ein tolles Kinderbuch.
Schon der Einband zieht Kinder magisch an. Mein jüngster Enkelsohn sah es, klemmte es sich unter den Arm, kam zu mir und fragte mir erst einmal Löcher in den Bauch. Er war ganz beeindruckt von den Figuren, die im Einband vorgestellt wurden. Immer wieder musste ich zurück blättern und ihm zeigen, wer denn nun Siggi, Brünhild, Jago oder Isolde sei. Über den kleinen rülpsenden Fafnir wollte er sich kaputt lachen. Natürlich wurde dann auch kräftig rülpsen geübt. Nach dem ersten Vorleseteil, marschierte er davon, klemmte sich das Buch wieder unter den Arm und war nicht mehr zu bewegen es nochmal her zu geben.

Andreas Völlinger verfügt über eine sehr einfühlsame, kindgerechte und spannende Art und Weise zu erzählen. Die schönen Illustrationen sind so niedlich und die Kinder springen voll darauf an.
Auch der hintere Teil: Auf ins Abenteuer ist eine tolle Idee. Die Gestaltung des Buches allein macht schon sehr viel Spaß. Die Kinder sind so oft am blättern und auch so in das Buch vertieft, dass es eine wahre Freude ist.

Fazit: Ein wunderschönes Kinderbuch, dass man auch schon sehr gut dreijährigen vorlesen kann und von älteren Kindern im Grundschulalter gern gelesen wird. Mir selbst als „Alte“ hat es gefallen, den Kindern, denen ich vorgelesen habe (im Alter von 3, 5, 7 und 10 Jahren), bzw. die ich selbst habe lesen lassen waren begeistert und die Eltern der Kinder auch. Daher kann ich nur sagen: Sehr empfehlenswert!!!

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Weil jeder Tag besonders ist

Rezension

Author: Biyon Kattilathu
Verlag: GU
ISBN: 978-3-8338-7039-2

Biyon Kattilathu hat nicht zu viel versprochen. Er hat ein Buch geschrieben, dass eine große Wirkung auf seine Leser hat.
Hier handelt es sich nicht um ein Buch das man liest, vielleicht bei Gelegenheit noch einmal rein sieht, es dann zur Seite legt und über kurz oder lang in Vergessenheit gerät. Nein, um so ein Buch handelt es sich nicht.
Bei diesem Buch sollte der Leser selbst aktiv werden. Denn hier handelt es sich um eine Art Tagebuch zum selbst ausfüllen, mit Motivationsübungen und vielem mehr.
Wer gern sich selbst etwas Gutes tun möchte, findet hier das Buch dazu.
Dieses Zitat möchte ich Euch nicht vorenthalten: „Die wichtigste Beziehung ist immer die Beziehung zu dir selbst.“
Viel Spaß mit dem Buch!

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Gemütlicher englischer Krimi

Verlag: Lübbe
Autor: M. C. Beaton
ISBN-10: 3404179943
ISBN-13: 978-3404179947
Preis: 10,00 € Taschenbuch
8,99 € E-book

Inhalt: Constable Hamish Macbeth schwebt mit der schönen Priscilla auf Wolke sieben. Aber als in deren Tommel Castle Hotel acht hoffnungsfrohe Mitglieder eines Single Clubs einchecken, kehrt für die beiden wieder die Realität ein. Am eigentlich romantisch geplanten Wochenende läuft alles schief, was schief laufen kann. Der tragische Höhepunkt: Eine Frau wird tot aufgefunden. In ihrem Mund: ein Apfel. Hamish steht vor einem großen Rätsel. Fest steht nur: Auf jeden Fall ein Sündenfall
Quelle: Klappentext

Der schottische Dorfpolizist Hamish Macbeth ermittelt diesmal in einem ganz speziellen Fall. Immerhin handelt es sich um die Reisegruppe eines Singleclubs, die im Tommel Castle Hotel absteigen um den Partner fürs Leben zu finden.
Natürlich spielt auch wieder die Beziehung zwischen ihm und Priscilla Halburton-Smythe eine große Rolle. Fans der Reihe fragen sich schon lange: wann kommen sie endlich zusammen.
Hier handelt es sich um einen netten CosyKrimi für eine gemütliche Lesestunde zum Entspannen.
Mir hat diese Ruhe in den Zeilen und die Unaufgeregtheit der Ermittlungen sehr gut gefallen.
Leider fehlen dadurch aber gerade in der ersten Hälfte des Romans die Spannungsbögen. Es geht erst einmal hauptsächlich um Priscilla und Hamish. Für LeserInnen, die noch kein Buch dieser Reihe gelesen haben, ist das weniger schön, weil man nichts über die Beiden weiss. So plätschert der erste Teil so vor sich hin. Und dann kommen die Reisenden an, die vielen Figuren werden recht detailliert vorgestellt und Alle sind auch sehr speziell. Beim Weiterlesen ging es mir sehr häufig so, dass ich mich fragte: wer war das nochmal?
Dafür geht es in der zweiten Hälfte dann ganz rasant zur Sache, es wird sehr spannend, auch den Figuren wird damit so viel mehr an Leben eingehaucht. Jeder ist verdächtig und die Jagd nach dem Mörder hat es richtig in sich.
Zum Ende hin schwächelt die Spannung leider wieder ein wenig, da meiner Meinung nach viel zu früh offensichtlich klar wird, wer es war.

Fazit: Ein schöner CosyKrimi zum entspannten Lesen mit kleinen Schwächen.

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Fabelhafte Fabel



  • Autor: Jeong Hoe-seung
  • Verlag: O.W. Barth
  • Seiten: 128
  • ISBN: 978-3-426-29294-5
  • ISBN eBook: 978-3-426-45439-5
      Inhalt: „Lieben musst du jetzt, in diesem Augenblick. Verschieb es nicht auf morgen." 

Diese poetische Liebesgeschichte entführt einen mitten in die Kostbarkeit des Lebens und hat Millionen Menschen berührt.

Gibt es so etwas wie Bestimmung im Leben? Blauperlenauge, der Karpfen eines Tempelglöckchens, kann zumindest sein Glück kaum fassen, als er Schwarzperlenauge begegnet: Es ist Liebe auf den ersten Blick. Zusammen werden sie hoch oben am First des buddhistischen Tempels angebracht und spielen mit ihren Glöckchen im Wind, um traurigen Menschen Trost zu spenden und Freude in einsame Herzen zu tragen.
Mit den Jahren wird Blauperlenauge jedoch unzufrieden. Ihm ist sein Leben zu eng geworden. Er möchte frei sein, die Welt entdecken und erfahren, was Liebe wirklich bedeutet. Wie durch ein Wunder wird ihm dies tatsächlich ermöglicht. Er erlebt viele gefährliche Abenteuer, bis ihm das wahre Wesen der Liebe bewusst wird. Blauperlenauge erkennt, dass er nicht anders sein muss, als er ist, und dass sich in der Akzeptanz erst die Schönheit des Lebens offenbaren kann.
Jeong Ho-seung ist Südkoreas bekanntester Dichter. Mit dieser spirituellen Fabel gelingt es ihm, unaufdringlich an das Wesentliche im Leben zu erinnern und mit seiner einfühlsamen Poesie und Weisheit direkt die Herzen der Menschen zu erreichen.
Die acht Illustrationen von Gisela Goppel wurden extra für die deutsche Ausgabe von „Liebende“ angefertigt. Quelle: Klappentext

Diese Inhaltsangabe wollte ich einfach nicht auslassen. Denn schon sie beschreibt so schön um welch wunderbares Buch es sich handelt. Ich persönlich konnte es überhaupt nicht mehr zur Seite legen. Es ist in einer so poetischen Sprache geschrieben.
Es fehlen mir eigentlich die Worte um das Buch zu beschreiben und zu rezensieren. Wer gute Texte und schöne Illustrationen liebt, der erhält ein Buch der Superlative.

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Gut geschriebener Krimi, leider etwas spannungslos

Die Blüten von Pigalle
Krimi von Michelle Cordier

Inhalt: Paris, 1945. Im Hotel Lutetia wird die Leiche eines Mannes gefunden, daneben die Druckplatte einer englischen Banknote. Gemeinsam mit Inspektor Jean Ricolet begibt sich die junge Kunststudentin Pauline Drucat auf die Spur dieses rätselhaften Mordfalls. Ihre Ermittlungen führen sie in die höchsten Kreise der Pariser Gesellschaft. Doch dort gibt es jemanden, der ihre Ermittlungen mit allen Mitteln zu sabotieren versucht. Dass er dabei vor nichts zurückschreckt, ahnen sie erst, als Pauline in Gefahr gerät. Quelle: Klappentext

Mir persönlich hat der Roman einerseits gut gefallen, andererseits fehlte mir ein wenig die Spannung.
Gefallen hat mir die Art der Autorin wie sie erzählt und die Liebesgeschichte zwischen Pauline und Jean hinein webt. 
Pauline unterstützt ihren Freund Jean Ricolet, seines Zeichens der Kommissar des Viertels, bei seinen Ermittlungen. Pauline, eine junge Kunststudentin, legt allerdings auch hin und wieder Allüren an den Tag, wo man sich fragt, ob sie überhaupt schon aus der Pubertät ist. Sie bringt sich selbst in große Gefahr, wird entführt und befreit sich selbst. Dies ist einer der seltenen spannenden Momente des Krimis.
Viele interessante Aspekte kommen einfach oft zu kurz. Wie und warum kam Camille nach Sachsenhausen? Auf diesen Ort wird kaum eingegangen. Oder auch warum die Befreiung von Pauline so lange dauerte? Auch die Verlobte des Ermordeten, die ja eine Freundin von Pauline war, erscheint auch fast gar nicht mehr.

Fazit: Ein sehr schön geschriebener Roman, den man locker und entspannt geniessen kann. Ich gebe daher 4 von 5 Sternen.

Zur Autorin: Michelle Cordier ist das Pseudonym einer deutschen Schriftstellerin, die unter anderem Namen und für diverse Verlage historische Romane, Krimis und Liebesromane schreibt. Wer gern mehr über sie erfahren möchte, kann sie unter ihrer Webadresse: www.michelle-cordier.de finden.

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Spannung pur

      Inhalt:  Der Thriller Abgeschlagen ist die Vorgeschichte des Romans Abgeschnitten, den Michael Tsokos mit Sebastian Fitzek schrieb. 
Es geht um den Gerichtsmediziner Paul Herzfeld. Dieser wundert sich sehr, dass Prof. Schneider völlig ausrastet als eine alte Frau obuziert wird, die angeblich Selbstmord begangen hat. Es treten viele Ungereimtheiten zu einem anderen Fall auf. Diesem geht Dr. Herzfeld auf den Grund und bringt sich und Andere in große Gefahr. Dieses Buch zu lesen, war einfach Spannung pur. Obwohl die Art zu schreiben von Michael Tsokos eher unaufgeregt ist, versteht er es doch Spannungsbögen einzubauen, die die Nerven fast zum zerreißen bringen.
Manchmal habe ich mich ein klein wenig gewundert, wie naiv Dr. Herzfeld an die Dinge ran geht, doch das Buch ist ein Pageturner allererster Güteklasse. Sehr schnell ahnt man, wer der Täter ist und trotzdem bleibt es bis zum Schluß höchstgradig spannend. Fazit: Ein True-Crime-Thriller der unter die Haut geht und den man nicht so schnell vergisst. Absolut lesenswert!
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Ein Alptraum

 

Titel:                                    NSA
Autor:                                 Andreas Eschbach
Verlag:                                Bastei Lübbe
Seitenzahl:                       800
ISBN-10:                            3785726252
ISBN-13:                            978-3785726259
Gebundene Ausgabe:   22,90 €
Kindle Edition:              16,99 €
Audio CD                          16,95 €

 

Inhalt: Weimar 1942, für das Nationale Sicherheitsamt, kurz NSA genannt, hat sich hoher Besuch des Reichstags aus Berlin angesagt. Für den Chef des Amtes August Adamek und seine Mitarbeiter geht es um den Erhalt des Amtes und ihrer Stellen.

Bereits sehr spannend beginnt die Geschichte dieses Buches von Andreas Eschbach.
Und mitten drin in dieser Geschichte gibt es die zwei Hauptprotagonisten, Helene Bodenkamp und Eugen Lettke. Während die Programmiererin Helene um die Sicherheit ihres Liebsten bangt, geht der Analyst Lettke privaten Rachegelüsten nach. Durch Unachtsamkeit werden beide voneinander abhängig, was besonders Lettke schamlos ausnutzt.So verstricken sich beide in das weite Netz der Daten.

Die sympathische Protagonistin Helene stammt aus einer Akademikerfamilie, der Vater ist Arzt, die Mutter Hausfrau, der Bruder fällt im Krieg.In der Schule schreibt sie anfangs ganz gute Noten, doch so bleibt es nicht.
Es fällt ihr auf, dass plötzlich in der Schule ihre Freundin Ruth und andere Kinder nicht mehr vorn sitzen dürfen und nach und nach mit ihren Familien verschwinden.Da nimmt sie jedoch noch an diese Leute seien freiwillig ausgewandert.
Als in der Obersekunda die Noten immer schlechter werden, bleibt ihr beruflich fast nur noch übrig, entweder Krankenpflegerin oder Programmiererin zu werden. Sie lernt schnell, wie man Programme strickt und findet bei der NSA eine Anstellung. Durch ihren Fleiß und ihre schnelle Auffassungsgabe fällt sie auf.
Dem Regime gegenüber ist sie lange Zeit sehr naiv und blauäugig. Erst als sie sich verliebt und ihr Liebster ein Fahnenflüchtiger ist, dem sie hilft ein Versteck zu finden, kommen ihr Zweifel.
Inzwischen ist das Bargeld abgeschafft, man kann nur noch per Karte oder Telefon bezahlen und so werden die Bürger des Landes nach und nach gläsern.
Eugen Lettke ist der unsympathische Gegenpart. Lettke lebt mit 28 Jahren noch bei seiner Mutter. Da sein Vater im ersten Weltkrieg fiel und ein Kriegsheld war, wird er als einziger Sohn nicht eingezogen und kann das Gymnasium besuchen. Seine Mutter beschwört immer wieder das Bild des Übervaters herauf und versucht den Sohn zu beeinflussen und zu halten. Was ihr auch gelingt. Nach einem demütigenden Nachmittag mit Bekannten und Freunden, schwört er Rache. Dies wird so etwas wie seine Lebensaufgabe. Was er sich ausdenkt hat stark psychopathische Züge. Im NSA lernt er Helene kennen und nutzt sie unverfroren für seinen Rachefeldzug aus.

Was hat mir an dem Buch gefallen?
Was wäre gewesen, wenn es unter Adolf Hitler im dritten Reich bereits Computer, Internet, Social Media und mobile Telefone gegeben hätte? Genau das fragt man sich, wenn man dieses Buch liest. Gerade jetzt wo jeden Tag eine Nachricht die andere jagt, in denen es um Rechtsextremissmus, Rassismus, das Demütigen von Menschen, die angeblich nicht angepasst sind, geht, kann es einem Angst und Bange werden.Selbst gewählte Parteien zeigen hinter ihrer Biedermannfassade bereits, was sie tatsächlich wollen: Kontrolle.
Andreas Eschbach hat hier ein Buch geschrieben, wie es aktueller kaum sein kann. Denn wir alle stecken bereits tief in den Abgründen der oben genannten Möglichkeiten. Mir lief aus diesem Grund eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken. Das Buch ist in einem fiktiven Stil geschrieben und es kommt einem doch alles so bekannt vor.
Das Buch ist sehr,sehr spannend und der reinste Pageturner. Trotz aller Spannung gelingt es Andreas Eschbach gelassen und unaufgeregt zu erzählen und das finde ich bewundernswert. Außerdem ist alles sehr gut recherchiert, es muss eine Heidenarbeit gewesen sein.

Was hat mir nicht gefallen:
Da gibt es nichts, dazu fällt mir nichts ein. Mir hat das Buch komplett wo wie es ist sehr gut gefallen.
Moment halt, etwas gab es doch: die Spannung hat meinen Blutdruck sehr in die Höhe getrieben .

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Und es war Sommer

 

Inhalt: Könntest du deiner Schwester den schlimmsten Verrat verzeihen?
Die Sommer im Strandhaus ihrer Großmutter: Das war für die Halbschwestern Cassie und Julie die schönste Zeit ihres Lebens. Sie waren sich so nah. So, wie es nur beste Freundinnen, Komplizinnen, Vertraute sein können. Aber nach einer schrecklichen Tragödie vor fast fünfzehn Jahren gibt es nur noch Schweigen und Schmerz zwischen ihnen. Jetzt ist es der letzte Wunsch ihrer Großmutter, der sie zwingt, noch einmal einen gemeinsamen Sommer im Haus in den Hamptons zu verbringen. Werden sie sich den Familiengeheimnissen stellen, oder riskieren sie, einander für immer zu verlieren?

Quelle: Klappentext
 
Mir persönlich fiel vor allem zuerst das Cover auf. Wahrscheinlich war es der weite Strand, die zwei Frauen die Hand in Hand dort lang gehen und das tolle Haus im Hintergrund, die mich sehr beeindruckten. Zudem hat das Cover auch eine sehr schöne Farbgebung.
Die Leseprobe gefiel mir super und es hörte sich alles sehr spannend an.
Doch dann kamen leider sehr langatmige Strecken, an denen ich fast verzweifelte und das Buch in Ecke schmeißen wollte. Für mich ging es einfach nicht weiter. Dann habe ich mich durchgequält und siehe da, ab etwa der Mitte des Buches stellte es sich auch als lohnend heraus. Endlich ging es jetzt an das Eingemachte und es wurde noch einigermaßen spannend.
Fazit: Ein nettes Buch, als leichte Sommerlektüre auf alle Fälle lesenswert.
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